Freitag, Jänner 14, 2005

Google - ein Monopolist

Auf www.wcm.at ist ein interessanter Artikel über Google zu finden. Robert Wanderer über DIE Suchmaschine:
"Google ist zum Synonym der Internetsuche geworden. Etwas Besseres konnten sich die Begründer Larry Page und Sergey Brin wirklich nicht wünschen. Doch alles was groß wird und Macht erhält weckt in einigen Menschen den Drang sich nach Alternativen umzusehen. Deswegen wurde in Deutschland nun auch der gemeinnützige "Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs" (SuMa-eV) gegründet, der den freien Zugang zum digitalen Weltwissen durch die derzeitige Monopolisierung des Suchmaschinenmarktes gefährdet sieht."

Den geschätzten Marktanteil von 80 Prozent hat Google diesem Artikel zufolge dadurch erreicht, dass "Google in seinen Anfängen selbst ein Underdog war und im Gegensatz zu Altavista, Yahoo & Co. auf ein schlichtes Homepage-Konzept mit nur einer Suchleiste und ein paar Links baute. Google war zudem sehr schnell und erbrachte auch deutlich bessere Suchergebnisse. Nach und nach kamen auch mehr und vor allem praktische Dienste wie die Bildsuche, Suche in News, Froogle (Produktsuche, derzeit allerdings nur für US), die Google Toolbar, Blogs, Answers (hier suchen sogenannte Researcher für einen gegen Bezahlung die benötigten Informationen aus dem Netz) , Google Desktop Search, Gmail und noch ein paar andere mehr hinzu. Derzeit hat Google 8,058,044,651 Webseiten indiziert und hat somit den größten Index um nach Stichwörtern zu suchen."

Durch die dominierende Marktstellung könne Google bestimmen, welche Suchergebnisse verbreitet werden und in welcher Reihenfolge die Suchergebnisse verbreitet werden. "Durch das bessere Ranking verdient Google mitunter auch sein Geld was so seine Nachteile für die Nutzung mit sich bringt. Damit Suchergebnisse nicht von einer reinen Kommerzschlacht abhängen benötigt man ein freies, unabhängiges System. Und genau hier setzt SuMa-eV an."

SuMa-eV ist ein Verein, der sich um öffentliche Förderungen und politische Unterstützung bemüht, um diese dann für konkrete Projekte zu verwenden (Nähere Infos zu SuMa-eV). Das Ziel ist der Aufbau einer "dezentralen und kooperativen Suchmaschinen-Struktur zunächst einmal in Deutschland, die allein bereits aufgrund ihrer verteilten Struktur kaum monopolisierbar ist." Über konkrete Ergebnisse, die dieser Verein erzielt hat, ist noch nicht berichtet worden, allerdings finden sich auf der Seite (Link in der Überschrift) einige alternative Suchmaschinen.

Sonntag, Jänner 09, 2005

A9

Eigentlich ist folgendes schon ein längst überfälliges Posting, als Nachtrag: Im September letzten Jahres hat der Online Händler Amazon seine Suchmaschine mit Personalisierungsfunktion ausgestattet.

"Außerdem können Internet-Surfer die Suchergebnisse nun nach Kategorien geordnet darstellen lassen - auf Wunsch auch mehrere Trefferlisten auf einer Webseite.

Die Personalisierung ist laut Amazon nur für Nutzer der kostenfreien A9 Toolbar verfügbar. Dann können zum Beispiel virtuelle Notizen angelegt und an Suchtreffer "angeklebt" oder ein Tagebuch-Archiv mit bisher gestarteten Suchanfragen erstellt werden.

Bei den Suchkategorien beschränkt sich A9.com auf eine Web- und Bildersuche, in der Ergebnisse von Google dargestellt werden, sowie eine Recherche-Möglichkeit in Amazons Online-Buchkatalog. Weiter sollen als der "Internet Movie Database" Informationen zu Filmen und aus dem "GuruNet" lexikalische Einträge abgerufen werden können."

Donnerstag, Jänner 06, 2005

RFID

An der Verbesserung von Personalisierungsmöglichkeiten wird nicht nur im Online-Bereich gearbeitet, sondern auch im herkömmlichen Handel. Der Supermarkt der Zukunft arbeitet mit "RFID-Technologie", also "Radio Frequency Identification". Diese soll dem Handel langfristig Einsparungen in Milliardenhöhe bescheren.

Kleine Chips, die in die Etiketten der Waren eingearbeitet sind (Smart Labels), geben per Funk eine Kennung an RFID-Lesegeräte weiter. Daraus lassen sich dann über entsprechende Datenbanken Produktinfos ermitteln (z. B. Preis, Verfallsdatum, Lieferant, ...). Im Metro Group Future Store in Rheinberg wird RFID bereits teilweise eingesetzt. In einigen Jahren will man die neue Technologie flächendeckend verwenden, vorerst sind aber nur bestimmte Produkte mit RFID-Etiketten versehen, vieles läuft noch über den traditionellen Barcode. Für die Zukunft sind noch technische Hindernisse zu umgehen, wie z. B. dass metallische Produkte und Getränke sich nicht mit RFID auszeichnen lassen, da beide Materialien die Funkübertragung stören.

Der Handel will die RFID-Technologie lieber heute als morgen. Vorteile: Optimierung der Lagerhaltung, Unterbindung von Ladendiebstahl und - wie so oft - Einsparung von Arbeitskräften.

Kritiker gibts natürlich. Für das Future-Store-Projekt erhielt Metro den Big-Brother-Award für Missachtung des Datenschutzes. Ist der Einkaufskomfort mit dem Verlust an Privatshpäre zu teuer erkauft? Man befürchtet, dass Händler ihre Kunden während des Einkaufs ausspionieren könnten, außerdem könnten sich die Chips, wenn ein entsprechendes Lesegerät vorhanden ist, auch nach dem Verlassen des Ladens auslesen lassen - und zwar ein Chipleben lang (laut Herstellerinformation 10 Jahre).

(vgl. aktuelle Ausgabe PC Welt 2/2005, S. 126 ff)

Montag, Jänner 03, 2005

32 Millionen US-Amerikaner lesen Blogs

Personalisierte Webangebote wie Weblogs kommen an. Ein Artikel auf www.heise.de bestätigt den Aufwärtstrend der Online-Tagebücher - zumindest in den USA werden laut der Studie des PEW Internet & American Life Project Websites, die als Blogs regelmäßig aktualisiert werden von immer mehr Internetusern gelesen. "Die Wissenschaftler aus Washington D.C. meinen aus ihren Zahlen schließen zu können, dass Blogs zu einem wichtigen Bestandteil der Online-Kultur geworden sind. Allerdings wüssten immerhin noch 62 Prozent der US-Amerikaner nichts mit dem Begriff anzufangen.

8 Millionen oder 7 Prozent der 120 Millionen erwachsenen US-Amerikaner, die das Internet nutzen, haben im November 2004 angegeben, sie hätten bereits ein Blog oder Web-basiertes Tagebuch angelegt. 27 Prozent sagten, sie würden Blogs lesen. Im Februar 2004 hatte dieser Anteil noch 17 Prozent betragen. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass mittlerweile 32 Millionen US-Amerikaner Blogs lesen."

Donnerstag, Dezember 30, 2004

Ebay überlastet

Aufgrund größerer technischer Probleme schränkt das Auktionshaus ebay seine Powerseller-Angebote ein. "Aus internen Protokollen von häufigen Nutzern der Plattform, so genannten Powersellern, gehe hervor, dass deren Angebote teilweise nur regional oder aber zeitlich eingeschränkt einsehbar sind. So soll es seit April 2004 immer öfter vorkommen, dass bei mehrfachen identischen Suchen nach einem bestimmten Produkt unterschiedliche Suchergebnisse angezeigt werden. Zudem führt ein und dieselbe Suche aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands häufig zu abweichenden Treffern. Für Käufer bedeute dies einen eingeschränkten Marktüberblick. Verkäufer müssten mit verminderter Nachfrage rechnen. Trotzdem suggeriere Ebay, die Artikel seien bis zum Ende der Bieterfrist und in allen Regionen gleichermaßen einsehbar, indem das Auktionshaus die volle Gebühr erhebt. Die Probleme resultieren vermutlich aus einer Überlastung der Server sowie der Software und sind bei Ebay bekannt. Genaueres könne man erst nach einer gründlichen Prüfung sagen, so eine Ebay-Sprecherin."

=> Weitere Informationen im Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Cookies

Nicht wenige Anbieter überspielen beim Surfen kleine "Datenplätzchen" auf den Computer. Der Zweck: Beim wiederholten Besuch eines Angebots im Netz erkennt die Website den Nutzer wieder. Der Verlauf von nützlicher Personalisierung bis zur fragwürdigen Bildung von Persönlichkeitsprofilen ist fließend.

Immer mehr Websites analysieren das Verhalten ihrer Nutzer und überspielen die gesammelten Informationen als kleines Datenpaket (Cookie) zurück auf den Rechner des jeweiligen Nutzers. So ein Cookie kann den persönlichen Namen, die E-Mail-Adresse, eine Kreditkarteninformation oder auch auf der Website gewählte Präferenzen des Nutzers speichern, falls er diese Angaben gemacht hat. Diese Informationen werden im Cookie hinterlegt, um die Website beim nächsten Besuch des Nutzers für ihn zu personalisieren. " So z. B. ist man bei jedem Besuch von Amazon automatisch eingeloggt und muss nicht jedes Mal von neuem seinen Benutzernamen und Kennwort eingeben. Auf manchen Websites wie z. B. www.wsj.com wird auch man gefragt, ob die Log-In Information gespeichert werden soll oder nicht. Eigentlich dürfen Cookies nur von dem Anbieter gelesen werden, der das Cookie erstellt hat. "Es muss also ausgeschlossen sein, dass z.B. der Onlinehändler A ein Cookie gesetzt hat und später der Onlinehändler B die darin gespeicherte Information auswerten kann."

DoubleClick ist der weltweit größte Internet-Werbevermarkter, der Werbebanner auf verschiedensten Websites einspielt. "Jedes Aufrufen einer Internetseite, die einen DoubleClick-Werbebanner trägt, führt automatisch dazu, dass Informationen wie Ihre IP-Adresse (eine einmalige, identifizierbare Nummer für jeden PC, der ans Internet angeschlossen ist), ihr Browser-Typ, der Name und das Betriebssystem Ihres Computers sowie Ihr Internetprovider (z.B. AOL, T-Online) an DoubleClick weitergegeben werden."

Angaben wie z. B. Alter, Interessen, die man bei bestimmten Websites macht werden im DoubleClick Netz gespeichert und können bei anderen Kunden von DoubleClick verwertet werden. Kritisch wird es, wenn auch Daten wie Name und Adresse an einen Werbevermarkter weitergegeben werden. "All die nichtpersonalisierbaren Informationen, die bei unabhängig voneinander agierenden Betreibern von Websites angefallen sind und über Cookies weitergegeben wurden, können dann zu einem Persönlichkeitsprofil zusammengefügt werden." Die Informationen, die DoubleClick von seinen Kunden erhält, werden dazu verwendet, die einzelnen User bestimmter Websites gezielter mit personalisierten Werbebannern zu versorgen.

"Ein Werbevermarkter wie DoubleClick kann gewissermaßen das Bindeglied zwischen den unabhängigen Anbietern darstellen mit der Folge, dass die Grenze von Personalisierung zur Bildung von Persönlichkeitsprofilen überschritten wird."

Möglichkeiten diesem Problem auszuweichen gibt es. Falls man Nutzer des am weitesten verbreiteten Browsers "Internet Explorer" ist, kann man im Menü "Extras", "Internetoptionen" Cookies z. B. von Drittanbietern (wie DoubleClick) ablehnen.

Artikel Cookies
Artikel DoubleClick

Dienstag, Dezember 28, 2004

Amazon jubelt über gutes Weihnachtsgeschäft

"Der Online-Versandhändler Amazon hat nach eigenen Angaben im diesjährigen Weihnachtsgeschäft Rekordumsätze erzielt. Am verkaufsstärksten Tag seien im Durchschnitt 32 Artikel pro Sekunde, insgesamt 2,8 Millionen, über den virtuellen Ladentisch gegangen, gab das Unternehmen gestern in Seattle bekannt.

Erstmalig sei Consumer-Elektronik die führende Kategorie in einem Geschäftsquartal gewesen, hieß es weiter. Am meisten gekauft wurde demnach der 20-GByte-iPod von Apple, gefolgt vom iPod Mini. Neue Rekorde gab es auch im Buchgeschäft, im Online-Musikshop und der DVD-Sparte."

Samstag, Dezember 25, 2004

Österreich: Adressensammler verletzt Datenschutz

Durch die erste Entscheidung der Datenschutzkommission (DSK) steht fest, dass der Datensammler dm-plus Datenschutzrechte mehrerer Personen verletzt hat. Die Firma war als Datenlieferant für die Herold Marketing CD Private in die Schlagzeilen geraten, welche Namen und Adressen von mehr als vier Millionen Privatpersonen in Österreich enthält. „Zu zwei Millionen Personen stehen darüber hinaus "marketingrelevante Zusatzinformationen" zur Verfügung, die laut Herold auf Hochrechnungen basieren. Diese Datenbank hatte dem Verlag vergangenes Jahr auch einen Big Brother Award eingebracht. Wer die Marketing-CD erwirbt, kann für Zielgruppenmailings die Adressaten unter anderem nach den Kriterien Titel, Vor- und Zuname, Straße und Ort, Haushaltstyp, Altersklasse, Kaufkraft, Anzahl der Personen im Haushalt sowie Partnerschaftsverhältnis auswählen.“

Das Verfahren wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Datenschutz (ARGE DATEN) erwirkt, welche für einige ihrer Mitglieder Auskunftsverfahren bei dm-plus und Herold durchführen ließ. Nach § 26 des österreichischen Datenschutzgesetzes 2000 muss jeder, der Daten speichert oder speichern lässt, jeden Betroffenen über seine verarbeiteten Daten informieren. „Die Auskünfte fielen jedoch nicht zufrieden stellend aus, weshalb mehrere Verfahren bei der DSK eingeleitet wurden.“ Doch erst nach mehreren Beschwerden beim Verwaltungsgerichtshof wegen Säumigkeit der Kommission wurde nun eine erste Entscheidung getroffen. "Vor allem die Tatsache, dass bei dm-plus offensichtlich von vielen Österreichern das genaue Geburtsdatum vorliegt, war in den Auskünften nicht angegeben", schreibt die Arge Daten. „Zudem wurde das Schweigen über die Verwendung der Daten, insbesondere die Übermittlungen an Herold (laut Arge Daten der Hauptzweck der Datensammlung) und den Mutterkonzern in der Schweiz "zu Backup-Zwecken" von der DSK kritisiert.

In einem wesentlichen Punkt haben sich die Datenschützer bei der Kommission allerdings aufgrund einer Gesetzeslücke nicht durchsetzen können. Das belangte Unternehmen hatte Informationen über die Herkunft der gespeicherten Daten verweigert: Der Aufwand, diese Informationen zu speichern, sei unverhältnismäßig und würde daher nicht getrieben.“

Samstag, Dezember 18, 2004

Computergestützte Empfehlungssysteme ersetzen den Fachverkäufer

„E-Commerce-Firmen setzen so genannte "Recommender-Systeme" ein, um Kunden Produkte zu empfehlen oder ihnen für ihre Kaufentscheidung Informationen zur Verfügung zu stellen. Wie gut dies funktioniert, ist stark abhängig von den zur Verfügung stehenden Kundendaten und den eingesetzten Recommendation-Methoden, schreibt das IT-Profimagazin iX in seiner aktuellen Ausgabe.

Querverweise sollen auf Produkte aufmerksam machen, die man als Kunde zwar noch nicht kennt, aber möglicherweise interessant finden könnte. „Diese Recommendation oder Kaufempfehlung gilt als wohl typischste Art von Personalisierung im E-Commerce, die letztendlich einen menschlichen Berater oder Verkäufer ersetzen soll.“

Das „Collaborative Filtering“ ist ein Verfahren, bei dem von einem bestimmten Verhalten auf ein ähnliches Verhalten in der Zukunft geschlossen wird. Bei der „Item-to-Item Correlation“, entwickelt von Amazon, berechnet das System die Ähnlichkeiten auf Basis von bewertenden Kunden. Durch eine hohe Kundenfrequenz kann Amazon.de auf immense Datenmengen zurückgreifen. Daraus ergibt sich eine einigermaßen hohe Treffsicherheit der Empfehlungen.

Shops mit nur wenigen Kunden könnten die Qualität der Recommendations durch kombinierende Empfehlungssysteme verbessern.

Solche Verfahren sind komplex und rechenintensiv, trotzdem könne man laut iX-Redakteur Jürgen Diercks davon ausgehen, dass die Bedeutung automatisierter Recommender-Systeme zunehmen werde. (vgl. www.net-tribune.de)

=> Die Bedeutung von E-Commerce wird zwar weiterhin steigen, doch der Titel des Artikels ist meiner Meinung nach nicht ganz treffend, denn bis die Wissenschaft soweit ist, dass künstliche Intelligenz die menschliche (sprich einen Fachverkäufer) ersetzen kann, wird es wohl noch dauern.

Dienstag, Dezember 14, 2004

Sicherheitslücke bei eBay

=> Ein kleiner Beitrag zur negativen Seite von Personalisierung im Web. Je persönlicher eine Webseite gestaltet werden soll, desto mehr persönliche Informationen über User werden logischerweise benötigt – Datenschutz und Sicherheit war seit jeher ein großes Thema.

„Ein Student hat nach eigenen Angaben Sicherheitslücken in der Online-Handelsplattform eBay entdeckt, die den Zugriff auf Nutzerdaten und sogar das Einschleusen eines Wurms ermöglichen, so die Zeitschrift Computerbild in ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe.
Demnach könne man ohne das Passwort eines Mitgliedes zu kennen Nutzerdaten ändern und unter einem fremden eBay-Account Gebote abgeben. Die Betreiber des Auktionshauses sollen schon vor mehreren Wochen über die Sicherheitslücken informiert worden sein.

eBay-Sprecher Nerses Chopurian sieht den Handel im virtuellen Auktionshaus nicht gefährdet und sprach von "theoretischen Sicherheitslücken". Dennoch arbeite man bei eBay an einer Lösung des Problems. Die selbe Formulierung nutzte Chopurian bereits vor einigen Wochen, als Sicherheitsprobleme durch ausführbare JavaScript-Codes in Auktionen bekannt wurden. Die Lösung fiel allerdings recht mager aus: eBay änderte die allgemeinen Geschäftsbedingungen und untersagt seither die Verwendung zahlreicher Skript- und HTML-Funktionen.“ (Infos vom Dezember 2004)

"Dazu gehören das Setzen von Cookies, die Weiterleitung zu anderen Internet-Angeboten, die Einbindung externer Skripte oder Seiten per Includes oder Iframes sowie der Aufruf von Pop-ups. Verboten wird auch der automatische Download aktiver Inhalte von anderen Computern -- mit Ausnahme von Flash-Filmen. Untersagt sind des Weiteren Skripte, die den Inhalt einer Artikelbeschreibung manipulieren oder den Quellcode verschleiern.
Als Grund für die Verbote nennt eBay, sie würden "die Funktionalität" der Auktionsplattform beeinträchtigen. Angebote mit den untersagten Inhalten werde das Unternehmen von der Site entfernen. Unklar bleibt, ob eBay auch aktive Schritte plant, um etwa JavaScript-Aufrufe beim Upload aus den Angeboten herauszufiltern. Nur damit könnte der Konzern technisch unterbinden, dass bösartige Anbieter die Sicherheitslücke ausnutzen." (Infos vom Oktober 2004)

Montag, Dezember 13, 2004

Computermagazin c't untersucht 15 Suchmaschinen

Das Computermagazin c't berichtet in seiner aktuellen Ausgabe 26/2004 über eine "Suchmaschinenerfassung" (von Test oder Bewertung will man nicht sprechen): "Während immer mehr Surfer mit Google das Internet durchforsten, bohren die Schwergewichte Yahoo und Microsoft ihre Suchdienste mit riesigem Aufwand auf. Doch auch etliche kleine Dienste, darunter Newcomer mit frischen Ideen und Spezialisten für deutsche Sites, treten gegen den Platzhirsch an. Es drängt sich also die Frage auf, ob Google eigentlich immer noch die beste Suchmaschine ist."

Laut Statistik benutzen mehr als 77 Prozent der deutschen Surfer google, yahoo und Microsoft dicht auf den Fersen. Der Artikel vergleicht die Suchfunktionen der großen drei und zwölf weiterer (Meta-)Volltextsuchmaschinen, im einzelnen Abacho, Anyfinder, Clusty, Lycos, KartOO, Mamma, MetaGer, metaspinner, nettz.de, Plaff, Seekport und Web.de.

=> Leider kann ich im Moment nur einen kleinen Auszug der Untersuchung liefern, da die kompletten Ergebnisse natürlich im Web nicht veröffentlicht werden. Dann würde ja niemand mehr das Magazin kaufen ;)

1. Die Ergebnispräsentation der meisten Dienste ähnelt sich auf den ersten Blick: eine Liste der Trefferseiten jeweils mit Seitentitel, kurzen Textauszügen sowie der Seiten-URL. Die Unterschiede zeigen sich erst bei genauerem Hinschauen, zum Beispiel in Form von Links nach jedem Treffer, die weitere Verweise von der betreffenden Site, ähnliche Seiten oder ein Abbild aus dem Cache bereitstellen oder die Trefferseite als Frame innerhalb des Ergebnisfensters öffnen.

2. Allgemeines Motto: die Suchmaschine soll zum Helfer bei allen Rechercheproblemen werden. Neben dem WWW erschließen einige Dienste immer neue Medien und Bereiche des Internet.

3. Viele Suchdienste stellen mittlerweile kostenlose Desktop-Programme für den Schnellzugriff auf die Suchfunktionen bereit (von Tool-Leisten für den Internet Explorer, Firefox oder die Task-Leiste bis zu Desktop-Suchmaschinen, die auf dem PC vorhandene Office-Dateien indexieren).

4. Immer mehr Dienste versuchen, die Ergebnisse thematisch zu ordnen. Sie präsentieren dem Anwender die Ergebnisse in Kategorien (Cluster). Dazu suchen sie nach Mustern (in der Regel weitere Schlüsselbegriffe), die in mehreren Treffern vorkommen. Bei zu allgemein gehaltenen Anfragen helfen sie dem Anwender, die Ergebnisliste auf das gewünschte Thema einzugrenzen.

5. Metasuchmaschinen leiten Anfragen an mehrere Suchmaschinen weiter, sammeln deren Ergebnisse und bereiten sie in einer einheitlichen Weise auf. Als Manko dieser gelten die einegschränkten Filtermöglichkeiten und Funktionen und eine mitunter längere Wartezeit auf die Ergebnisse. Ein Plus ist die genauere Durchforstung des Web und der kostenlose Dienst (Finanzierung über Werbung).

=> Eine Tabelle in der die Anzahl der Treffer für ausgewählte Abfragen skizziert werden zeigt jedenfalls, dass bei zu erwartender kleiner Ergebnismenge einer Anfrage (z.B. Suche nach: "Streifenprojektion zur Inspektion großflächiger Bauteile in der Formteil-Serienproduktion") Google zumindest die meisten Treffer angezeigt hat.

Sonntag, Dezember 12, 2004

Google findet nur 61 Prozent der .de-Domains

Trotzdem google in diesem Artikel als „Spitzenreiter unter den Suchmaschinen“ bezeichnet wird, bleibt diesem wohl anscheinend immer noch mehr als ein Drittel aller .de-Domains verborgen. Empfohlen wird ein Blick auf andere Angebote bzw. auf spezialisierte Kataloge.

Bemängelt wird außerdem, dass die meisten Suchmaschinen schnell auf Webseiten verweisen, die mit kostenpflichtigen Dialern aufwarten. Diese zu umgehen sei mit der Suchmaschine Seekport möglich. Themenspezifische Webkataloge (zu finden unter www.toool.de) sollen die bessere Alternative für viele Anfragen sein.

Montag, Dezember 06, 2004

Personalisierungsfunktionen bei Amazon

1. Grundsätzlich verfügt Amazon.de über drei verschiedene Arten der Personalisierung:
1. Similarities:
"ähnliche" Produkte. Amazon.de zeigt Similarities an verschiedenen Stellen auf der Website - so z.B. wenn der Kunde Produkte in den Einkaufswagen legt und bei der Kaufbestätigung. Die prominenteste Platzierung ist "Kunden, die dieses...haben auch dieses ...gekauft".
2. Recommendations, auch als "persönliche Empfehlungen" bekannt:
Diese Empfehlungen bekommt der Kunde auf der Startseite und gelangt von dort zu den detaillierten Empfehlungen aller Produktbereiche.
3. Clickstream:
Alle Empfehlungen, die Amazon.de während einer Session gibt. Auf der dadurch generierten "persönlichen Seite" finden die Besucher, wenn sie eingeloggt sind, auch "persönliche
Empfehlungen".

Amazon hat in den vergangenen Jahren viele Services eingeführt, die das Online-Shopping vereinfachen und bequemer machen - teilweise auf Anregung der Kunden hin (zum Beispiel das 1-Click-Shopping).

2. Amazon.de Website-Features
Suche
In der Schnellsuche kann ISBN-Nummer, Verlag, Titel, Künstler, Regisseur und Autor eingegeben werden. Über die Tab-Leiste am Kopf der Seite kann man zwischen den verschiedenen Shops navigieren, darüber hinaus ist über die Schaltfläche "Erweiterte Suche" eine Profisuche, zum Beispiel nach Stichworten, Autoren, Verlagen und Labels, möglich. Des weiteren ermöglicht der Link "Gebraucht" in der Navigationsleiste jedes Shops die gezielte Suche nach gebrauchten Produkten zu günstigeren Preisen.
Vorbestell-Option
Viele noch nicht erschienene Titel können bei Amazon.de vorbestellt werden - und sind dann am Tag der Veröffentlichung beim Kunden. Im DVD- und VHS-Shop kann sich der Kunde bereits zum Kinostart eines Blockbusters für die Vorbestellung registrieren und erhält eine Mail von Amazon.de, sobald die Vorbestellung möglich ist.
1-Click™-Bestellung
Sind alle persönlichen Daten gespeichert, reicht ein Klick, um eine Produktbestellung aufzugeben. Die Bezahlung erfolgt über den zuletzt vom Kunden genutzten Zahlungsweg.
"Mein Konto"
Kunden können ihre Bestellungen und Kundeninformationen selbst ändern, ganz gleich ob ein Produkt abbestellt, die bestellte Menge verändert, Bestellungen zusammengefügt oder auch die Lieferadresse oder Zahlungsmethode geändert werden soll. Daneben können Kunden über „Mein Konto“ ihre laufenden und früheren Bestellungen ansehen, ihre E-Mail-Adresse oder das Passwort ändern, Adressen verwalten und Abonnements des E-Mail-Informationsservices aktualisieren.
Wunschzettel
Die Kunden können einen persönlichen Wunschzettel mit ihren Lieblingsprodukten aus dem Angebot von Amazon.de anlegen und diesen an Freunde und Verwandte weiterleiten.
Amazon Charts
In den Hot 100 erfahren Kunden stündlich aktuell, welche Produkte die Bestseller der letzten 24 Stunden sind. Darüber hinaus hat jedes Produkt, das bei Amazon.de schon verkauft wurde, einen Verkaufsrang, der je nach Rang auf den Verkäufen der letzten Tage oder den Gesamtverkäufen bei Amazon.de basiert.
Medien können sich von Amazon.de individuelle Charts zur Veröffentlichung erstellen lassen, die auf spezielle Themengebiete zugeschnitten sind.
Rezensionen
Neben den Rezensionen, die von Fachredakteuren und freien Fachjournalisten aus allen Bereichen verfasst werden, gibt es die Möglichkeit, Rezensionen über Bücher, Musik, Filme, Unterhaltungselektronik sowie Software und Games zu schreiben. Amazon.de widmet den Rezensenten unter eine eigene Plattform. Dabei sind kritische Stimmen ausdrücklich erwünscht –Amazon greift nicht in die Diskussion ein, vorausgesetzt, die auf der Seite publizierten Richtlinien werden eingehalten.
Persönliche Empfehlungen
Ein wichtiger Aspekt ist, dem Kunden zum richtigen Zeitpunkt ein exakt auf ihn zugeschnittenes Angebotsspektrum zu präsentieren. Amazon ist diesem Ziel mit der Personalisierung einen großen Schritt näher gekommen. Amazon-Kunden werden beim Einkauf genau die Produkte und Themen vorgeschlagen, die ihnen aufgrund ihres bisherigen Kauf- und Surfverhaltens gefallen könnten. Unter dem Tab „Mein Shop“ findet jeder Kunde alle seine persönlichen Empfehlungen auf einen Blick.
"Mein Shop"
Im September 2002 startete „Mein Shop“. Unter diesem Tab auf der Startseite von Amazon.de finden Kunden eine individuell für sie zusammengestellte Produktauswahl, deren Zusammensetzung auf ihrem bisherigen Einkaufsverhalten basiert. Jeder Kunde kann die von ihm bevorzugten Produktlinien festlegen und bekommt dann speziell aus diesen Bereichen Vorschläge von Amazon.de.
In „Mein Shop“ sind alle Personalisierungsmöglichkeiten bei Amazon.de zusammengefasst. In der „Schaltzentrale“ ihres Shops können Kunden alle individuellen Angaben steuern, so zum Beispiel:
Lieblingslisten
Lieblingslisten werden von Amazon-Kunden erstellt und sind einfach eine Sammlung seiner Lieblingsprodukte. Jede Liste kann thematisch völlig frei aus allen möglichen Bereichen angelegt werden. Mit Lieblingslisten geben Kunden anderen Kunden die Möglichkeit, Produkte zu entdecken, die ihnen selbst Freude bereitet haben oder die ihnen in irgendeiner Situation weitergeholfen haben.

=> Dies sind wiederum ausgewählte Informationen aus dem Antwort-Mail von Amazon.de. Alles konnte ich leider hier nicht unterbringen, da das den Rahmen der Weblog sprengen würde. Allerdings denke ich, dass die wichtigsten Punkte erwähnt werden.

Sonntag, Dezember 05, 2004

Allgemeine Infos zu Amazon

=> Freundlicherweise habe ich auf eine Anfrage per Mail eine 12-seitige Antwort auf die Frage nach Hintergrundinformationen zum Unternehmen Amazon bekommen. Im Folgenden ein paar Auszüge daraus:

1. Amazon
Amazon.com, ein Fortune 500 Unternehmen mit Sitz in Seattle, öffnete seine virtuellen Tore im Juli 1995. Amazon.com bietet heute „Earth’s Biggest Selection“ – die weltweit größte Auswahl. Ziel war es von jeher, das kundenorientierteste Unternehmen der Welt zu sein, bei dem Kunden alles finden, was sie online kaufen wollen. Amazon ist unter dem Zeichen AMZN an der amerikanischen Börse Nasdaq notiert.

Amazon.com unterhält fünf internationale Websites: www.amazon.co.uk, www.amazon.de, www.amazon.fr, www.amazon.co.jp, und www.amazon.ca

Vom Logistikzentrum in Bad Hersfeld aus, das mit 42.000 qm Lagerfläche die Größe von sieben Fußballfeldern hat, werden an Spitzentagen bis zu 250.000 Artikel verschickt. Amazon.de liefert in über 170 Länder weltweit; die Haupt-Exportländer sind Österreich und die Schweiz.

Seit Juli 2000 gibt es bei Amazon eine eigene Site für österreichische Kunden: Amazon.at. Produktauswahl und redaktionelle Inhalte sind in allen Produktlinien auf den österreichischen Markt zugeschnitten. Die Website-Funktionen entsprechen der deutschen Seite. Alle Aussendungen nach Österreich werden über das Distributionszentrum in Bad Hersfeld verschickt. Auch in Österreich ist Amazon der führende Onlinehändler.

Die Stiftung Warentest (Finanztest 5/2000) wählte Amazon.de zum „Sichersten E-Commerce Händler". Alle Kundendaten und persönlichen Informationen werden verschlüsselt über die Sicherheitssoftware SSL (Secure Socket Layer) übermittelt.

Dienstag, November 30, 2004

Infos zum Wallstreet Journal

Da nicht jedermann Zugang zum Wallstreet Journal Online besitzt, da man sich nur gegen eine jährliche oder monatliche Gebühr dort registrieren kann, werde ich im Folgenden versuchen ein paar beschreibende Inputs zu geben. Diese stammen aus erster Hand (sprich direkt vom Wallstreet Journal - frei übersetzt von meiner Wenigkeit), beziehungsweise auch von mir persönlich.

Das Online Journal ist die erfolgreichste News-Abo-Seite im Web mit mehr als einer halben Million Nutzern. Es liefert die umfangreichste Berichterstattung von globalen Business- und Finanz-News. Die einzelnen Seiten werden ständig überarbeitet und inkludieren alle regulären Kolumnen und Bereiche der Print-Edition, neueste Information genauso wie spezielle Inhalte, die extra für die Online Edition recherchiert werden.

Die Navigationsleiste befindet sich links und ermöglicht schnellen Zugriff auf die sechs Hauptsektoren: News, Technologie, Märkte, Personal Journal, Stellungnahmen und Freizeit/Wochenende.

Der personalisierte Bereich der Homepage ermöglicht eine individuelle Gestaltung der Homepage, wobei hier selbst ausgewählte Themen (Firmen, Industrien und Topics) aufgelistet werden. Man hat die Möglichkeit zwischen fünf verschiedenen, beliebig oft veränderbaren Standardeinstellungen auszuwählen: US-Edition, Europe-Edition, Asia-Edition, Health-Industry-Edition und Media&Marketing- Edition.

Das WSJO ist nahezu komplett auf Personalisierung ausgerichtet, es gibt eine gratis Suchfunktion, die es ermöglicht in einem 30 Tage Archiv des WSJ, Barron’s und/oder DJ Newswires nach Begriffen oder Firmen zu suchen. Die separate Suche bei Fativa ermöglicht den Zugriff auf eine Datenbank mit fast 8000 inhaltlichen Quellen und tausenden Webseiten, ist aber bis auf ausgewählte Schlagzeilen und Zusammenfassungen kostenpflichtig und wird bei der Verrechnung für die Registrierung beim WSJ angeschrieben.

Man hat die Möglichkeit einfach nur die News der Print Edition zu konsumieren, oder die Personal Journal Tools zu verwenden und in sämtlichen Sektoren auszuwählen, was persönlich interessiert. Die neuesten Infos werden dann bei jedem Besuch des WSJO aufgelistet. Mehr zu den Personal Tools bei unserer Präsentation.

Mit einem News Alert kann man bestimmte Artikel (nach Thema oder Kolumnist) per Mail bestellen. Dieser Service ist kostenlos – soweit ich recherchieren konnte.

=> Für den Anfang habe ich versucht eine generelle Beschreibung dieses – meiner Meinung nach – fast perfektioniert personalisierten Online-News-Angebotes zu geben. Ich sage hier fast perfektioniert, da ich denke, dass eine perfekte Personalisierung von Web-Angeboten wenigstens in naher Zukunft nicht erfolgen kann.

Das Web als Plattform

Vom 5. bis 7. Oktober 2004 wurde in San Francisco die Web 2.0-Conference abgehalten. Die Conference fand zum ersten Mal statt und wurde partnerschaftlich von der O'Reilly Media Inc. und Media Live organisiert. Sie ist von, für und über die führenden Personen und Firmen, die in der Internetwirtschaft Innovationen vorantreiben. Unter dem Titel "The Web as Platform" versuchte man zu erörtern wie sich das Web in ein stabiles Podium für Innovationen im gesamten Mediensektor entwickeln konnte. Anwesend waren unter anderem Marc Andreessen - Gründer von Netscape und Jeff Bezos von Amazon.

"Nach den üblichen Voraussagen – billigere und schnellere Prozessoren, bezahlbare Datenbanken im Terabyte-Bereich und schnellere Internet-Verbindungen – stellten die Teilnehmer vor allem die Frage, was die Nutzer mit der technischen Weiterentwicklung anfangen würden. Eine neue Killer-Applikation sahen sie nicht, stattdessen mehr von den Dingen, die auch heute schon kommerziell erfolgreich sind:

"Shopping, search, porn, news and sports" und das alles sehr viel mehr personalisiert. Vor allem die Web-Suche könnte als Hilfe für die Unternehmen bei der Personalisierung dienen, um den Nutzern wirklich alle vorstellbaren Dinge zu verkaufen. Die Pioniere des Internet sahen sich damit selbst als Erbauer des größten Selbstbedienungsladens, den die Welt je gesehen hat – der allerdings heute noch nicht geöffnet sei."

Mehr Infos zu der Web 2.o Conference.

Amazon erneut wegen Verstoß gegen Methodenpatent verklagt

"Das US-Unternehmen Cendant Publishing hat den Online-Händler Amazon wegen Patentverletzung verklagt. Das Unternehmen hält ein Methodenpatent auf personalisierte Angebote, die Nutzern auf Basis früherer Einkäufe anderer Kunden präsentiert werden. Amazons Service, zu jedem Produkt Artikel zu präsentieren, die auch andere Nutzer interessieren, würde so gegen die Rechte Cendants verstoßen, heißt es in der Klageschrift, die beim Bezirksgericht des US-Bundesstaates Delaware eingereicht wurde.

Cendant habe im Vorfeld Kontakt mit Amazon aufgenommen und sich um ein Lizenzabkommen bemüht, teilten Manager der Firma mit. Der Retailer hätte jedoch kein Interesse an einem Vertragsabschluss gezeigt. Das Patent sei aber nach mehrjähriger Prüfungsphase im August vom Patentamt bestätigt worden.

Bereits im letzten Jahr hatte Pinpoint eine erfolgreiche Patentklage gegen Amazon geführt. Das Unternehmen beanspruchte dabei Rechte auf die Personalisierung von E-Commerce-Angeboten.
Doch auch Amazon hatte seine Methodenpatente in der Vergangenheit genutzt, um gegen andere Unternehmen vorzugehen. Für Schlagzeilen sorgte vor allem die Klage gegen den Konkurrenten Barnes & Noble, dem Amazon die Nutzung der 1-Click-Technologie untersagte, mit der ein Kaufvorgang registrierter Nutzer mit einem Klick abgewickelt wird."

Die gleichen News auch hier.

Freitag, November 26, 2004

Entwicklungspotential von E-Mail Marketing

Eine Expertenbefragung von 23 Praktikern zu insgesamt 29 Themen (überwiegend Anbieter von E-Mail-Marketing-Software sowie –Dienstleistungen) aus dem deutschsprachigen Raum spricht E-Mail Marketing große Entwicklungschancen zu.
Ziel dieser Befragung war eine Einschätzung von Experten über Status Quo und Entwicklungspotenziale des E-Mail-Marketing. Die komplette Studie ist gegen ein Entgelt von unheimlichen 48 Euro netto (!!) erhältlich. Aber die überblicksartige Ergebnisse der Trends/Probleme sind:
- mangelndes Wissen über E-Mail Marketing als Barriere,
- der Aufbau eines E-Mail-Verteilers (bringt Kosten- und Zeitersparnis durch geringen Pflegeaufwand),
- Personalisierung und Auswertung der Antworten (dabei ist die persönliche Ansprache eine Grundvoraussetzung für Erfolg; Kunden zu halten wird am stärksten an Bedeutung gewinnen.)
- Multichannel-Marketing und mehrstufige Mailings sind wichtige Themen für die Zukunft.

=> Bei einer Befragung von nur 23 Menschen stellt sich mir die Frage, ob diese Studie nun wirklich repräsentativ sein kann. Allerdings hat man sich hier an Praktiker gewandt.

Donnerstag, November 25, 2004

Innovation auch im Softwarebereich

My Paper - Personalisierung von Online-Medien
Wie werden eigentlich Informationen ausgesucht?
Es gibt dazu zwei sehr interessante Meldungen. Im Innovations-Report wurden im Rahmen des EU-finanzierten BIZON-Projektes drei Softwaremodule für die Analyse, Organisation und Peronalisierung der Informationen geschaffen. So werden die Dokumente kommentiert, und durch die Analyse der Begriffe eine Darstellung des Inhalts erzeugt. Im Kategorisierungsmodul klassifiziert man dann die Inhalte mit anderen Anmerkungen und Metadaten innerhalb einer baumförmigen Hirarchie.

Am Ende werden dann Nutzerprofile erstellt, um danach personalisierte Dienste und Angebote zu ermöglichen.

Ein weiteres Software Programm dieser Art kann man auch bei Interred unter dem Namen "Content Agent" finden.

Samstag, November 20, 2004

Studie stellt Web-Personalisierung in Frage

"MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Anwendern auf Web-Seiten personalisierte Inhalte anzubieten ist unrentabel, heißt es in der Studie "Beyond the Personalization Myth" von Jupiter Research. Unternehmen wenden dafür weit mehr auf, als die durch eine Personalisierung erzielten Verkaufssteigerungen wieder hereinbringen. Dem Bericht zufolge sind entsprechende Maßnahmen nicht nur nahezu nutzlos, sondern auch mit unerwartet hohen Kosten verbunden. Deswegen sei es besser, sich auf Grundsätzliches wie die Optimierung von Such- und Navigationsfunktionen zu konzentrieren, sagen die Marktforscher.

Teuer sei vor allem der Betrieb eines personalisierten Web-Angebots. Er koste im Durchschnitt viermal so viel wie die Verwaltung und Wartung einer vergleichbaren dynamischen Website, so Jupiter. Zu den Lizenzgebühren für Personalisierungs-Tools komme der Aufwand, Regeln zu definieren, Ergebnisse auszuwerten und das System zu pflegen. Dem stehe ein tiefes Misstrauen der Anwender gegen Web-Angebote gegenüber, deren Nutzung die Angabe persönlicher Informationen verlangen oder die das Nutzungsverhalten zum Bespiel über Cookies protokollieren. Demnach meiden 25 Prozent der in der Studie befragten Anwender den Besuch der Angebote aus Angst, der Anbieter missbrauche die angegebenen Daten. Weitere 25 Prozent der Nutzer lehnen aus dem gleichen Grund die Registrierung auf Websites ab."

=> Dieser Bericht ist zwar von letztem Jahr, ich habe ihn aber trotzdem gepostet, weil ich denke, dass hier einmal die andere Seite des scheinbar so unaufhaltsamen Trends der Personalisierung aufgezeigt wird. Ich werde mich aber bemühen eine neuere Studie zu diesem Thema zu finden. Vorschläge dazu sind natürlich herzlich willkommen ;) !

Außerdem meinte z. B. Richard Hughes, Senior Director of Product Strategy beim Hersteller von Personalisierungssoftware Broadvision: "Die Studie behandle das Thema zu pauschal, personalisierte Angebote funktionierten nur, wenn Anbieter wissen, was ihre Kunden wirklich wollen." Broadvision-Kunden hätten erhebliche Umsatzsteigerungen durch den Einsatz entsprechender Tools erzielt. Als Beispiel nannte Hughes Online-Verkaufszuwächse von 64 Prozent beim Anbieter von Straßenkarten, Navigationssystemen und Atlanten Rand McNally."

Freitag, November 19, 2004

Harte Zeiten für Google

Die Zeiten, in denen Google in Sachen Suchtechnik die Nase ellenlang vor der Konkurrenz hatte, sind vorbei. Die Idee der "PageRank-Technik", die Suchergebnisse nach Popularität gewichtet ist nicht patentfähig und würde verständlicherweise von den meisten anderen Suchmaschinen übernommen. Diverse Konkurrenten machen Google nun nicht nur mehr den ersten Platz bei bei der spezialisierten Suche, sondern auch beim "googlen" streitig.

Chris Sherman von SearchEngineWatch im "New Scientist" meinte: Was Google jetzt noch von den anderen absetzt, sei der Ruf der Suchmaschine: "Das Image des unschlagbaren Wühl- und Findedienstes habe sich in den Köpfen festgesetzt." Immer noch Marktführer, versucht Google jetzt sein Standing durch immer spezialisierte Dienste abzusichern.

Am Donnerstag ging "Google Scholar" als Betatest online: Google Scholar durchsucht nun sehr gezielt "akademische" Quellen und liefert auf sachliche Anfragen sachliche Antworten. Bestandteil der Ergebnislisten ist unter anderem ein Überblick darüber, wie oft das gefundene Dokument zitiert wurde.

Auch deutschsprachige Anfragen liefern Ergebnisse - allerdings zumeist nur Quellenverweise darauf, wo ein passender Aufsatz zu erhalten wäre, und zwar in der Regel käuflich. Das aber hat weniger mit dem Google-Dienst zu tun, als mit dem Grad der "Digitalisierung" von Sachwissen in den verschiedenen Sprachräumen: Wo man in den USA auf Anfrage gleich ein PDF mit dem gesuchten Aufsatz bekommt, erhält man in Deutschland vorzugsweise einen Auszug aus der Bibliotheksliste.

Die Web-Welt wartet auf den nächsten Entwicklungsschritt in der Suchtechnologie, den beispielsweise Microsoft bereits im Blick zu haben scheint: semantische Suchmodelle.

MSN Search will dabei den Weg gehen, seinen Nutzern "echte Fragen" mit passenden Dokumenten zu beantworten. Ein Ansatz, der vereinfachte Suchen in wenig komplexen Bereichen möglich machen könnte. "Semantische Cluster" stellen Suchergebnisse in Sinnzusammenhängen dar, die dem Suchenden grafisch zeigen (z. B. als Ordner), wie die Inhalte verschiedener Webangebote miteinander verknüpft sind. So ließe sich Kommerzielles vom Akademischen, Spaßiges vom Sachlichen trennen - und das Konzept der "Relevanz" im Sinne des Wortes zur "Ansichtssache" machen.

=> Der Link zum Original-Bericht ist wieder mal in der Überschrift versteckt.
=> Für micht stellt sich hier die Frage, ob Suchmaschinen im Allgemeinen überhaupt in der Lage dazu sind, auf sachliche Fragen kompetente Antworten zu geben. Für mich persönlich grenzt das schon an eine "Matrix-Vision" a la "Maschinen mit menschlicher Intelligenz". Aber wer weiß, innerhalb einer angemessenen Zeitspanne, die genügend Raum für eine ausgereifte Entwicklung dieses Konzeptes gibt...

News Alert

Auf der Seite netzzeitung.de in der Rubrik "News im Web" (Bericht vom 15. 11.; weiter unten) ist es übrigens auch möglich einen News-Alarm zu setzen. Man muss nur einen bestimmten Suchbegriff eingeben, dann erscheint in der Leiste, wo auch die Anzahl der Ergebnisse steht der Link "News Alert". Mit einem Klick öffnet sich ein Fenster, in dem automatisch der gesuchte Begriff eingetragen ist. Man muss nur mehr seine Mail-Adresse eingeben und wird nach Wunsch direkt oder einmal am Tag benachrichtigt, sobald ein neuer Artikel im Web veröffentlicht wird.

Ich meine, dies ist eine sehr nützliche Funktion, wenn man zu einem bestimmten Thema spezifische und aktuelle Informationen benötigt. ;)

Donnerstag, November 18, 2004

Journalisten sollten ihren persönlichen Website haben...

"... schreibt Sree Sreenivasan, Professor für Journalismus an der renommierten Columbia University in New York. Warum?

1. Weil sie damit in einer Krise -- sagen wir bei einer Entführung im Irak, wie im Falle des australischen Journalisten John Martinkus -- ihr Leben retten könnten: Die Entführer können verifizieren, dass sie wirklich Journalisten sind und nicht etwa CIA-Agenten.
2. Oder damit niemand mit einem Website in ihrem Namen Schabernack treiben kann, wie das dem New York Times Reporter Adam Nagourney passierte.

3. Natürlich gibt es banalere Gründe, warum Journalisten sich selbst als Onlinemedium "verkaufen" sollten: Sie definieren sich damit selbst über ihre Arbeit und überlassen dies nicht anderen, vorzüglich den Medien, in denen sie erscheinen.

Den eigenen Namen als Domain-Name sichern (wenn er noch nicht vergeben ist), kostet nur einige Euro im Jahr, und auch einfache Websites zu unterhalten kostet fast nichts. Promotion in eigener Sache: Die Chance damit bei Suchabfragen in Google und anderen Searchmaschinen weiter vorne gelistet zu werden steigt damit."

Nachdem so eine meiner Meinung nach zu unserem Thema passende Mail mich erreicht hat, poste ich sie mal einfach hier. Der originale Eintrag ist zu finden auf der Weblog unseres Lehrveranstaltungsleiters Helmut Spudich.

Mittwoch, November 17, 2004

Deutsche Bibliotheken wollen Internet-Suchmaschinen Konkurrenz machen

Die großen Bibliotheken im Rhein-Main-Gebiet wollen mit einem neuen Online-Auskunftsdienst Internet-Suchmaschinen Konkurrenz machen. "Wir wollen Google etwas entgegen setzen" meinte Rita Albrecht, Koordinatorin des Dienstes "InfoPoint".

"Internetnutzer können per Online-Formular kostenlos Fragen etwa an die Universitätsbibliotheken in Frankfurt und Mainz schicken. Rund 50 Bibliothekare antworten per E-Mail und fügen Literatur- und Internettipps hinzu. Sie können auf ein weltweites Auskunftsnetz von rund 800 Bibliotheken zugreifen. An dem neuen Wissens-Service sind die Universitätsbibliotheken in Frankfurt und Mainz, die USA-Bibliothek sowie die Deutsche Bibliothek und die Stadtbücherei in Frankfurt beteiligt."

"Todestage, die Suche nach seltenen Notenblättern, die Partnerstädte der Stadt Frankfurt oder die Schwimmkünste von Blauwalen - zu allem soll es Auskünfte geben. Im Gegensatz zu Suchmaschinen lieferten die Bibliothekare keine langen, ungeordneten Trefferlisten, sondern garantiert richtige Antworten mit offiziellen Quellenangaben, betonte Albrecht. Für Kinder gebe es einen gesonderten Fragebogen. Zudem soll eine Wissensdatenbank eingerichtet werden. Für die Suche sind drei Tage eingeplant, "wenn es schnell geht, gibt es die Antwort aber auch schon in einer halben Stunde", sagt Albrecht.

Grenzen sind dem Wissens-Dienst allerdings bei zu umfangreichen Anfragen gesetzt. "Wir können keine Referate verfassen", sagte der Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt, Berndt Dugall. Auch medizinische oder juristische Auskünfte seien ausgeschlossen."

Dienstag, November 16, 2004

Zukunft der Nachrichten liegt im Internet

"Nicht mehr Medienkonzerne, sondern Nutzer bestimmen, was sie wann und wo lesen. [...]

Traditionelle Medienhäuser müssten lernen, wie sie ihre Produkte auf Kunden, die schnelle und personalisierte Informationen wünschen, zuschneiden, erklärte Associated Press-Chef Tom Curley.

Die Verbreitung von Breitband-Anschlüssen führe dazu, dass Computer und ihre Nutzer in Zukunft immer online seien, so Curley weiter. Dies ändere zudem die Machtverteilung.

Nicht mehr die Medienkonzerne würden festlegen, was wann gesehen oder gelesen wird, sondern die Nutzer könnten selbst über Online-Newssites, Suchmaschinen und Videorekorder bestimmen, was sie wissen wollen und wann und wo sie darüber informiert werden."

Außerdem sollen Schnappschüsse aus dem Handy - meist von Prominenten" Zeitungen zur "Auffrischung akuteller Berichte zur Veröffentlichung im Internet" dienen.

Um den gesamten Bericht zu lesen, einfach auf die Überschrift klicken.

Hinweis von Spudich

Nach längeren Verzögerungen ist nun die Beta der Netzeitung-Nachrichtensuche fertig. In seinem Editorial erklärt Chief Michael Maier das neue Werkzeug: »Zu jedem Artikel in der Netzeitung finden Sie ab sofort verwandte Artikel aus anderen Medien – Transparenz pur. Über das Suchfenster können Sie jeden Begriff suchen und finden, was alle wichtigen Medien schreiben – eine erhebliche Zeitersparnis. Auf den Ressortübersichtsseiten finden Sie Themen-Cluster, die zeigen, was wichtig ist – manchmal ist die automatische Zusammenstellung originell, wie es nur Maschinen sein können.«

Der Newssucher präsentiert bisher Ergebnisse aus über 300 deutschsprachigen Quellen, aber auch aus dem internationalen Web. Quelle: | by it&w | 8:46 Uhr | aus Menschen & Medien.

=> Aufgelesen in einem Weblog, das zwar im kern von apple/mac handelt, aber sich laufend mit Online-Entwicklungen beschäftigt.

Montag, November 15, 2004

Thema: „My Paper“: Personalisierung von Online-Medien durch Auswahl persönlicher Themen, “Suchmaschinen News”

Im Internet hat man nicht nur beliebig viel Platz zur Publikation von Informationen, sondern auch die Möglichkeit über Suchmaschinen wie www.google.at die Informationsfülle einzugrenzen.

Zu untersuchender Gegenstand unserer Recherche ist das Potential der Medien Nachrichten auf das Interesse eines bestimmten Users abzustimmen und ihm aus dem gesamten Angebot die Nachrichten zur Auswahl anzubieten, die ihn persönlich interessieren. Somit hätten Online News einen entscheidenden Vorteil gegenüber traditioneller massenmedialer Berichterstattung: Zeitersparnis durch Vorselektion.

Bei unseren Nachforschungen werden wir uns auf Suchmaschinen und Online-Nachrichtenmedien wie das Wallstreet Journal konzentrieren, welches zusätzlich die „create-an-allert-Funktion“ anbietet, womit man sich bei Bedarf ausgewählte Informationen über Themenkategorien per E-Mail zusenden lassen kann.

Ebenso werden wir versuchen, die Frage des Identitätsverlustes von traditionellen Printmedien (z. B. der Standard) zu erörtern.

Weblogs mit journalistischem Charakter personalisieren Nachrichten durch die Mitgliedschaft von Usern, die gleiche Interessen, Werteinstellungen, Hobbys, usw. teilen. Durch die Partizipation an solchen Foren erfolgt die Selektion von Informationen durch „Seelenverwandte“ respektive menschliche Kraft. Ein Beispiel hierfür wäre bizeps.or.at.

Bei unserer Präsentation werden wir versuchen ein Fazit aus der gegenwärtigen Entwicklungsstufe zu ziehen, da sich die Personalisierung von Online Medien noch ganz am Anfang befindet.